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Sep 12 2009

Kategorisierungsprobleme

Kategorisierungen sind recht nützlich – dienen sie doch dazu, bestimmte Merkmale und/oder sonstige Ähnlichkeiten unter einem Oberbegriff zusammenzufassen, um sie besser erklären und verstehen zu können. Letztendlich geht es darum, eine Art (Ein-)Ordnungssystem zu schaffen, das das “Begreifen” einfacher macht.

Nun haben wir ja gelernt, dass es einen “Beardie vom alten Typ” und einen “Beardie vom neuen Typ/Modebeardie” geben soll. Doch was tut man, wenn man sich einen Beardie zulegt, in dem ein so sehr vermaledeiter “Beardie vom neuen Typ” drinsteckt? Irgendwie muss dies ja gerechtfertigt sein! Schließlich “verwässert” so ein blöder Mode-Beardie ja mit seinen ach so schlechten Genen ja die ach so guten Gene des einzig wahren “Beardies vom alten Typ”!

Doch die Rettung naht – und das auch noch ganz “wissenschaftlich”. “Wie das?”, wird sich so mancher fragen. Ganz einfach: wir erfinden schwupps eine neue Unterkategorie und nennen sie “gemäßigter Modebeardie”.

Neben Urtyp und (ich nenne die Darstellung in W.E.Masons Buch “Dogs of all Nations von 1915 jetzt einfach mal so) Zwischentyp, die ich lieber weglasse, damit es nicht zu kompliziert wird, soll es heute wohl folgende “Beardie-Arten” geben:

1. den “modernen Arbeitsbeardie”
2. den “modernen Beardie vom Alten Typ”
3. den “modernen Beardie vom Neuen Typ”, auch Modebeardie genannt.
Dieser soll sich nun weiter aufteilen in den “gemäßigten Modebeardie” und ???? Tja, eine weitere Kategorisierung fand leider nicht statt, weshalb spekuliert werden darf, wie die Gegenkategorien zum “gemäßigten Modebeardie” denn aussehen sollen. Eine neue, reine Dichotomie? Oder weitere Zwischenstufen? Die Folgen sind natürlich nicht überschaubar.
Also: gemäßigter Modebeardie (nicht ganz so gut wie ein “Beardie vom alten Typ”, aber kommt schon ein bischen da ran) und ungemäßigter Modebeardie (ganz, ganz böse)?
Oder: gemäßigter, halb gemäßigter, hart an der Grenze liegender, halb ungemäßigter und ungemäßigter Modebeardie “vom neuen Typ”?
Irgendwie wird es immer absurder, wenn man für jedes Problem (und sei es nur zum Kauf eines neuen Beardie-Welpen) ständig neue Beardie-Kategorien erfinden muss.

Gibt es für den “gemäßigten Modebeardie” ebenfalls weitere Abstufungen? Festgemacht vielleicht an der Anzahl der enthaltenen “Modebeardie-Zuchtstätten”? Jedenfalls hoffe ich, dass ich eines richtig verstanden habe: ein “gemäßigter Modebeardie” soll die Charaktereigenschaften eines Beardies “vom alten Typ” haben, ebenfalls die erwünschte pflegeleicht-harsche Fellqualität, nur soll das Haar evtl. ein klein wenig zu lang sein (ohne weitere Definition).

(In eigener Sache: Wenn zum Qualitätsmerkmal eines “gemäßigten Modebeardies” dann noch dazugehört, dass mindestens Potterdales enthalten sind, ja dann freuen wir uns doch, dass ein großer Teil aller “Modebeardies” “gemäßigt” sind – inklusive unserer eigenen Beardies!)

Quelle für den “gemäßigten Modebeardie”: www.beardie-special.de/news/news_e/M12.htm#Monty1

Ich lasse mich gerne korrigieren, wenn ich die “gemäßigte Modebeardie”-Kategorisierung falsch verstanden haben sollte. Schließlich ist es nicht einfach, in der Realität nicht vorhandene, nur den Befindlichkeiten Einzelner entsprungene Pseudo-Kategorisierungen zu verstehen.

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Aug 31 2009

Ist Ihr Beardie vom alten oder vom neuen Typ?

Mit dieser Frage muss man sich gelegentlich rumschlagen, wenn man bei Ausstellungen auf potenzielle neue Beardie-Besitzer trifft, die sich – erfreulicherweise – VOR dem Kauf Gedanken darüber machen, ob die anvisierte Hunderasse auch tatsächlich zu ihnen passt.

Die Kategorisierung ist dabei bewusst einfach gehalten:
- “Beardies vom Alten Typ” haben kurze Haare, sind daher kerngesund, nicht ängstlich oder aggressiv und vollkommen wesensfest.
- “Beardies vom neuen Typ” sind typische Show- und Modehunde, haben lange Haare und sind daher erbkrank, ängstlich, aggressiv und wesensschwach.

So jedenfalls lautet die Grob-Einteilung durch einen kleinen, nicht eindeutig zuordenbaren Zirkel, der sich der “Rettung” des “Beardies vom Alten Typ” verschrieben hat, nachzulesen über die Webseiten beardie-special.de bzw. beardedcollie.de. Aus irgendeinem Grund erinnert mich dies stark an die Erlebnisse von Gulliver auf Liliput und die Glaubensfrage, ob das Frühstücksei nun am spitzen Ende oder am runden Ende aufgeschlagen gehört.

Glücklicherweise weiß der interessierte Leser sicherlich bereits, dass diese Art der glaubensartigen Kategorisierung (besser gesagt: des kläglichen Versuchs einer Kategorisierung) zu kurz greift. Es gibt unzählige Merkmale und genetische Konstellationen, die man nicht einfach mal so auf ein einziges Rassemerkmal – zumal noch dem unwichtigsten – wie kurzes Haar=gut, langes Haar=schlecht runterbrechen und darüber die gesamte Rasse definieren kann.

Was ist nun dran am Unterschied zwischen “Beardie vom alten Typ” und “Beardie vom neuen Typ”? Im Grunde – überhaupt nichts. Es ist eine reine Erfindung (jetzt hätte ich beinahe “interessierter Kreise” geschrieben). Eine Erfindung wie die “Piemont Kirsche” oder “Actiregularis(R)-Kulturen”. Wahlweise auch des Fegefeuers (Le Goff).

Und genau das werde ich am Wochenende wieder einmal interessierten potenziellen Beardie-Besitzern erklären müssen.

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